Das Magazin

Senkrechtstarter ist das Online-Magazin zur vertikalen Mobilität. Hier findet alles Platz, was sich aufwärts bewegt und gen Himmel strebt – im wortwörtlichen oder auch im übertragenen Sinn: Aufzüge und Hochhäuser, Kletterkünstler und Aufsteiger.

Schindler Newsletter abonnieren

Der kostenfreie E-Mail-Newsletter informiert regelmäßig über Themen, die Aufzugsbetreiber bewegen. Neben Unternehmens- und Branchennews erfahren Sie Wissenswertes rund um das Thema Service und Wartung von Aufzügen und Fahrtreppen.

Kontakt

Sie haben Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik? Dann schreiben Sie uns:
info.de@schindler.com

Das Magazin

Senkrechtstarter ist das Online-Magazin zur vertikalen Mobilität. Hier findet alles Platz, was sich aufwärts bewegt und gen Himmel strebt – im wortwörtlichen oder auch im übertragenen Sinn: Aufzüge und Hochhäuser, Kletterkünstler und Aufsteiger.

Schindler Newsletter abonnieren

Der kostenfreie E-Mail-Newsletter informiert regelmäßig über Themen, die Aufzugsbetreiber bewegen. Neben Unternehmens- und Branchennews erfahren Sie Wissenswertes rund um das Thema Service und Wartung von Aufzügen und Fahrtreppen.

Kontakt

Sie haben Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik? Dann schreiben Sie uns:
info.de@schindler.com

Zur Hauptseite  www.schindler.de
Straßenfest mit Fußgängern
Sommerstraßen bieten neue Nutzungsmöglichkeiten für Stadtbewohner. Foto: Adobe Stock

Sommerstraßen: Weg frei für die temporäre Umgestaltung

Im Sommer 2023 gibt es in Berlin erstmals sogenannte Sommerstraßen. Unter anderem in München wurde das Konzept bereits getestet. Doch was genau steckt dahinter?

Mit der Frage, wie Städte lebenswerter werden können, beschäftigen sich Stadtplaner seit vielen Jahren. Viele von ihnen sind sich vor allem in einem Punkt einig: Auf unseren Straßen sind zu viele Autos unterwegs. Diese verursachen unter anderem Lärm, Luftverschmutzung und Platzmangel. Europaweit gibt es daher verschiedene Maßnahmen, um den Autoverkehr zu reduzieren. In Barcelona setzt man auf die sogenannten Superblocks, in Paris auf die 15-Minuten-Stadt und in Kopenhagen stärkt man den Radverkehr unter anderem auf Fahrradbrücken. Auch in deutschen Städten versucht man sich der Problematik anzunehmen. Ein noch relativ neues Konzept zur Minderung des Autoverkehrs hierzulande sind die sogenannten Sommerstraßen. 

Sommerstraßen Berlin: 3 Abschnitte betroffen

Knapp 49 Millionen Pkw sind in Deutschland zugelassen – 1,25 Millionen davon allein in Berlin. Sie dominieren ohne Zweifel das Straßenbild in der Hauptstadt. Für andere Aktivitäten bleibt da kaum Platz. Mit den sogenannten Sommerstraßen soll sich das nun zumindest für die warme Jahreshälfte ändern. Das Konzept dahinter: Bestimmte Straßenabschnitte werden für den Zeitraum von Ende April bis Oktober verkehrsberuhigt bzw. gänzlich für den Autoverkehr gesperrt. Nachdem das Vorhaben bereits im Januar angekündigt wurde, stehen die 3 betroffenen Abschnitte mittlerweile fest. Es handelt sich um Teile der Steinmetzstraße in Tempelhof-Schöneberg, der Ackerstraße in Mitte und der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf. Letzterer Abschnitt soll sogar dauerhaft autofrei bleiben. Statt den parkenden Autos werden auf den betroffenen Straßen Pflanzenbehälter und Sitzbänke Platz finden.

Zusammenkunft in der Fußgängerzone____
Wie hier in der Fußgängerzone sollen auch auf den Sommerstraßen Spiel, Aufenthalt und Begegnung im Mittelpunkt stehen. Foto: Adobe Stock

In München gibt es bereits seit 2019 ein Sommerstraßen-Projekt

Die Idee ist hierzulande nicht neu. In München wurde erstmals 2019 am Alpenplatz eine Sommerstraße eingerichtet. 2020 waren es bereits 14 Abschnitte, 2021 und 2022 jeweils 10 Abschnitte, die temporär umgenutzt wurden. Und auch 2023 wird das Projekt weitergeführt. Dabei gibt es zwei verschiedene Varianten, wie die Sommerstraßen genutzt werden können – entweder als verkehrsberuhigte Bereiche oder als Spielstraßen. Die verkehrsberuhigten Bereiche dürfen zwar alle Verkehrsteilnehmer nutzen, aber höchstens in Schrittgeschwindigkeit. Fußgänger haben dort Vorrang. In Spielstraßen hingegen sind keine Fahrzeuge zugelassen – auch Fahrräder nicht. Sie sind vollständig dem Spiel, der Bewegung und dem generellen Aufenthalt gewidmet. 

Ein skandinavischer Trend

Auch weitere deutsche Städte planen Sommerstraßen oder haben sie bereits umgesetzt. Ursprünglich stammt das Konzept aus Schweden. In Stockholm etwa werden schon seit 2015 Abschnitte mitten in der Innenstadt in den Sommermonaten umgestaltet. Dann steht dort nicht mehr der Autoverkehr, sondern die Begegnung im Mittelpunkt. Es macht natürlich Sinn, Straßen in der Zeit umzunutzen, in der ohnehin viele Menschen draußen unterwegs sind. Schließlich werden sie dann am ehesten genutzt und somit auch am ehesten akzeptiert. Und vielleicht ist genau das ihre Aufgabe: die Akzeptanz für autofreie Städte zu steigern und die Menschen behutsam an diese neue Situation heranzuführen. In Stockholm scheint dies gelungen zu sein. Nachdem 2017 die ersten Sommerstraßen dauerhaft auch im Winter bestehen blieben, gab es kaum Proteste.

Sommerstraßen: Übergangs- oder Dauerlösung?

Auch in München werden die Sommerstraßen größtenteils positiv aufgenommen. Laut dem städtischen Mobilitätsreferat bewerteten bei einer Befragung im Jahr 2021 unter 517 Teilnehmern 72 % die Maßnahmen als sinnvoll. Allerdings wünschen sich 71 % der Befragten, dass es bei einer sommerlichen Umgestaltung bleibt. Wie gut die Straßen angenommen wurden, variierte dabei auch von Ort zu Ort. In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wurde kritisiert, dass zum Beispiel die Kurfürstenstraße kaum als verkehrsberuhigter Bereich erkenntlich gewesen sei. Dementsprechend ungenutzt blieb sie. Anderenorts, etwa an der Kugler- und Schneckenburgstraße in Haidhausen, sei das Angebot besser wahrgenommen worden. Neben Lob gab es aber auch dort Kritik und Beschwerden, zum Beispiel wegen Ruhestörung. Das alles zeigt: Autos sind hierzulande noch immer schwer wegzudenken – sowohl von unseren Straßen als auch aus unseren Köpfen.

Das könnte Sie auch interessieren