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Begrünte Fassaden kühlen die Umgebungstemperatur und binden den Klimaschädling CO2. Foto: Adobe Stock
Begrünte Fassaden kühlen die Umgebungstemperatur und binden den Klimaschädling CO2. Foto: Adobe Stock

Grüne Hochhäuser: Wo vertikale Wälder wachsen

Mit seiner üppig bepflanzten Fassade wurde der Mailänder „Bosco Verticale“ weltberühmt, mittlerweile entstehen überall auf der Welt grüne Hochhäuser nach seinem Vorbild. Von Bogotá bis Jakarta sprießen vertikale Wälder aus dem Boden, verbessern das Klima - und sehen obendrein spektakulär aus. Wir stellen einige besonders eindrucksvolle Vertreter vor.

Bosco Verticale – Mailand

Bosco Verticale in Mailand. Foto: Adobe Stock____
Bosco Verticale in Mailand. Foto: Adobe Stock

Es wäre nicht falsch zu behaupten, dass der berühmte Bosco Verticale in Mailand unter Architekten eine grüne Bewegung losgetreten hat. Verantwortlich für das 2014 fertiggestellte Ausnahmeprojekt zeichnet sich der italienische Architekt Stefano Boeri, der die beiden Zwillingstürme zusammen mit den Architekten Gianandrea Barreca und Giovanni La Varra plante und mit dem Konzept des vertikalen Waldes internationale Bekanntheit erlangte. Der Bosco Verticale besteht aus den beiden Wohntürmen Torre E (27 Etagen auf 110 Metern) und Torre D (19 Etagen auf 80 Metern). Für die richtige Auswahl der Flora arbeiteten die Architekten mit verschiedenen Botanikern der Universität Mailand zusammen: Etwa 800 Bäume, 4500 Sträucher und mehr als 15.000 weitere Grünpflanzen kleiden die Fassaden der Türme und verleihen ihnen damit nicht nur ein unvergleichliches Äußeres, sondern erheben die Bauten zur grünen Lunge inmitten der zugebauten Metropole.

Grüne Hochhäuser sind nicht unumstritten

Denn der ökologische Nutzen einer „atmenden“ Fassade ist eindeutig belegt, wenngleich Kritiker nach wie vor die Ökobilanz begrünter Hochhäuser anzweifeln. Immerhin mussten für die Bepflanzung zahllose Wannen aus Beton gegossen werden, ein Baustoff, dessen ökologischer Fußabdruck bekanntermaßen zu wünschen übrig lässt. Nichtsdestotrotz konnte sich das Konzept des vertikalen Waldes weltweit durchsetzen: Der Bosco Verticale wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, Architekt Boeri kann sich derzeit vor Aufträgen kaum retten und überall auf der Welt sprießen begrünte Hochhäuser nach dem Mailänder Vorbild aus dem Boden.

One Central Park – Sydney

One Central Park in Sydney. Foto: Adobe Stock____
One Central Park in Sydney. Foto: Adobe Stock

Auch wenn Stefano Boeri das Konzept des vertikalen Waldes für sich reklamiert, war er mit der Idee nicht ganz allein. So entstand nahezu zeitgleich mit dem Bosco Verticale der nicht minder grüne One Central Park in Sydney – tatsächlich wurde er sogar schon kurz vor den Mailänder Zwillingstürmen fertiggestellt. Geplant wurde der Doppel-Hochhauskomplex in der australischen Metropole vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel und bietet auf je 34 Etagen Platz für insgesamt 623 Wohnungen. Wie im Mailänder Pendant werden die mehr als 35.000 Pflanzen an der Fassade über ein ferngesteuertes Tropfsystem bewässert – die Bewohner müssen sich um nichts kümmern. Eine Besonderheit des Baus: Ein gigantischer Reflektor, ein sogenannter Heliostat, sorgt dafür, dass es auch im Schatten der Türme nicht an Sonnenlicht mangelt.

Tour de la Biodiversité – Paris

Tour de la Biodiversité in Paris. Foto: Picture Alliance
Tour de la Biodiversité in Paris. Foto: Picture Alliance

Mitte 2016 wurde auch in der französischen Hauptstadt ein grünes Hochhaus fertiggestellt –im wahrsten Sinne des Wortes. Schon bevor die frisch gepflanzte Fassaden-Flora herangewachsen war, erstrahlte der Tour de la Biodiversité in leuchtendem Grün – dank ausladender Panele aus grün anodisiertem Titanblech, mit der die gesamte Hülle des Turms verkleidet ist. Das von Édouard Francois entworfene Wohngebäude sorgt nicht nur aus ökologischer Sicht für Diversität inmitten der Pariser Innenstadt: Teure und exklusive Apartments fürs dicke Portemonnaie sucht man hier vergeblich. Stattdessen bietet der Turm gemeinsam mit seinen Nebengebäuden Platz für 140 Sozialwohnungen. Auch ein Wohnheim für junge Arbeiter*innen und eine Kinderkrippe sind Teil dieses vertikalen Waldes.  

Santalaia – Bogotá

Grüner geht’s nicht: Unter diesem Motto entstand vermutlich das Wohnhaus Santalaia in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Das Gebäude, das von Exacta Proyecto Total geplant und umgesetzt wurde, öffnete 2015 seine Pforten. Zwischen der rotbraunen Backsteinarchitektur der umliegenden Gebäude wirkt diese grüne Oase besonders eindrucksvoll, vor allem, da die etwa 115.000 eingesetzten Pflanzen fast die gesamte Fassade des Santalaias bedecken. Zur deren Bewässerung wird unter anderem Duschwasser aus den innenliegenden Wohnungen verwendet.

Kö-Bogen II – Düsseldorf

Kö-Bogen II in Düsseldorf. Foto: Adobe Stock____
Kö-Bogen II in Düsseldorf. Foto: Adobe Stock

Nach Bogotá haben vermutlich auch die Architekten des renommierten Düsseldorfer Architektenbüros Ingenhoven geschaut, bevor sie den Kö-Bogen II entwarfen. Das zweiteilige Geschäfts- und Bürogebäude in der Düsseldorfer Innenstadt wurde erst 2021 fertiggestellt und zeigt sich im lückenlosen grünen Kleid: 30.000 Hainbuchen schmücken seine Fassade, aneinandergereiht ergäben sie eine Hecke von 8 Kilometern Länge. Da wundert es nicht, dass der Kö-Bogen II bereits als „Europas größte Grünfassade“ bezeichnet wurde.

Aglaya – Rotkreuz

Aglaya in Rotkreuz. Foto: Chistoph Kaminski, Uster____
Aglaya in Rotkreuz. Foto: Chistoph Kaminski, Uster

Auch in die Bergwelt haben grüne Hochhäuser sich bereits vorgewagt. In der Schweizer Kleinstadt Rotkreuz steht seit 2019 ein besonders schmucker Vertreter: Der 70 Meter hohe Wohnturm Aglaya wurde nach der gleichnamigen griechischen Göttin für Anmut benannt. Der Name ist Programm – besonders im Sommer, wenn die üppige Fassadenbepflanzung in sattem Grün erstrahlt, fügt sich das von Ramser Schmid Architekten entworfene, zweiköpfige Hochhaus perfekt in die idyllische Umgebung ein. Über den untersten vier Gewerbeetagen finden hier 85 Eigentumswohnungen Platz.

Blick in die Zukunft: Die Forest City in Liuzhou

Vertikale Gärten und Wälder sind Balsam für urbane Bereiche: Nicht nur durch ihr Erscheinungsbild sorgen sie für Ruhe und Natürlichkeit in dicht bebauten Gebieten. Grüne Hochhäuser kühlen auch nachweislich die Umgebungstemperatur, binden den Klimaschädling CO2 und sorgen für frischen Sauerstoff. Ganzheitlich betrachtet wirken vereinzelte grüne Hochhäuser jedoch eher wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Das gilt vor allem in Großstädten. 

Eine Lösung könnte sein, das Prinzip der vertikalen Wälder auszuweiten und gleich auf ganze Städte anzuwenden. Für Pionier Stefano Boeri etwa war der Mailänder Bosco Verticale nur der Anfang: Sein Büro plant bereits im großen Stil – etwa die Forest City, die eines Tages nördlich der chinesischen Millionenstadt Liuzhou entstehen soll. Auf einem Areal von etwa 175 Hektar sollen hier 30.000 Menschen leben, in einer hochmodernen Stadt und dennoch mitten im Grünen. Das nachfolgende Video zeigt, wie Boeris Vision der Forest City aussieht.

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