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Autofahrerin liest am Steuer
Autonomes Fahren könnte es zukünftig ermöglichen, sich während der Autofahrt mit anderen Dingen zu beschäftigen. Foto: Adobe Stock

Smart City: Autonomes Fahren

Vollautonome Fahrzeuge könnten nicht nur den Straßenverkehr revolutionieren, sondern auch das Leben völlig verändern. Viele Experten glauben jedoch, dass die Technik erst in zwanzig Jahren ausgereift sein wird. Wir zeigen schon heute, welche Potentiale autonomes Fahren birgt.

Autonome Fahrzeuge in der Gegenwart

Einfach das Smartphone zücken und schon kommt nach wenigen Minuten das ausgewählte Auto vorgefahren. Vollautomatisch. Und da es ohne Fahrer fährt, braucht der Nutzer auch keinen Führerschein und keine Fahrtüchtigkeit, um mit dem Fahrzeug voranzukommen. Autonom steuert es jedes gewünschte Ziel an. Was nach Zukunftsmusik klingt, ist in der US-amerikanischen Stadt Phoenix in Arizona bereits Realität. Waymo One heißt der Roboterdienst für autonomes Fahren von Google, der in der Wüstenstadt seit Oktober 2020 unterwegs ist.

US-Staat Arizona als Testlabor für autonomes Fahren

Der Bundesstaat Arizona hat bislang die liberalste Gesetzgebung für vollautonomes Fahren in den USA. Die Straßen dort sind meist schnurgerade und weil die Temperaturen häufig über 40 Grad steigen, gibt es kaum Fußgänger oder Radfahrer. Auch Regen ist eher selten. Ideale Bedingungen also für eine Technik, die doch komplizierter zu sein scheint, als die Entwickler dachten. Immer wieder kommt es auch in Phoenix zu Fehlentscheidungen, auch wenn die meisten eher komischer Natur sind.

Technik noch lange nicht ausgereift

Am weitesten hat sich bislang Tesla-Chef Elon Musk aus dem Fenster gelehnt als er bereits 2014 versprach, im nächsten Jahr würden die ersten vollautonomen Autos über die Straßen fahren. Seither verspricht er für jedes Jahr den Durchbruch, der jedoch weiterhin auf sich warten lässt. Zu komplex, zu chaotisch und zu fehleranfällig ist der Straßenverkehr – zumindest für die aktuellen Computersysteme.

Der Google-Dienst Waymo ist ein Vorreiter für autonomes Fahren. Foto: Waymo____
Der Google-Dienst Waymo ist ein Vorreiter für autonomes Fahren. Foto: Waymo

Die Level des autonomen Fahrens

Dabei ist das Potential der Technologie riesig. Experten sprechen von einer Revolution der Mobilität, die sich aber eher fließend über Jahrzehnte vollziehen wird. Das nimmt selbstverständlich auch Einfluss auf die Verkehrsplanung. Matthias Hartwig leitet seit 2014 das Ressort Mobilität beim Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM). Der Jurist untersucht unter anderem die Herausforderungen und Chancen autonomer Fahrzeuge und der Elektromobilität. Er glaubt, dass noch mindestens 20 Jahre vergehen werden, bis tatsächlich vollautonome Fahrzeuge der Stufe 5 auf den Straßen unterwegs sein werden.

Die fünf Stufen des autonomen Fahrens erklärt

Stufe oder Level 5, das bezeichnet die oberste Stufe des autonomen Fahrens. Stufe 1 ist dagegen bereits Standard in den meisten Neufahrzeugen. Dinge wie der Tempomat oder ein Spurhalteassistent gehören dazu.

Die Stufe 2 ermöglicht bereits, die Hände vom Lenkrad zu nehmen, weil das Fahrzeug automatisch Abstand und Spur hält. Bei Tesla und anderen Autos der Oberklasse sind diese Features bereits erhältlich.

Stufe 3 hat dagegen in Deutschland bislang nur Mercedes erreicht. Hier ist es in bestimmten Situationen, beispielsweise auf der Autobahn, erlaubt, während der Fahrt zu lesen oder andere Dinge zu erledigen. Der Fahrer muss aber, wenn das Fahrzeug es wünscht, eingreifen können.

Bei Stufe 4 ist selbst das nicht mehr erforderlich. Die Fahrgäste werden zu reinen Passagieren des autonomen Fahrzeugs. Es kann aber Situationen geben, die das Auto überfordert. Dann fährt es entweder an den Straßenrand oder ein Mensch übernimmt.

Stufe 5 würde bedeuten, dass selbst das nicht notwendig ist. Die vollautonomen Autos bräuchten weder Lenkrad noch ein Bremspedal.

»Über 90 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle beruhen auf Fehlern der Verkehrsteilnehmer.«
Matthias Hartwig, Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch autonomes Fahren 

Wenn die komplexe Technik funktionieren sollte, wird sie, neben einigen Herausforderungen, viele Vorteile bringen. Beispielsweise beim Thema Sicherheit: „Über 90 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle beruhen auf Fehlern der Verkehrsteilnehmer“, sagt Matthias Hartwig. Und nur etwa ein Prozent der Unfälle seien auf technische Fehler zurückzuführen. Autonome Fahrzeuge kommunizieren miteinander, können keine digitale Ampel übersehen und weiterhin bei Nebel oder schlechter Sicht Hindernisse erkennen.

Besonders der ländliche Raum würde von autonomen Fahrzeugen profitieren

Autonomes Fahren ermöglicht zudem Mobilität für Menschen, die bislang nicht oder nicht mehr in der Lage waren, ein Fahrzeug zu führen. Ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung wären weniger in ihrer Bewegung eingeschränkt. Dasselbe gilt für die Bevölkerung im ländlichen Raum, die bislang auf ein Auto angewiesen ist. Autonome Kleinbusse könnten selbst abgelegene Gegenden rund um die Uhr ansteuern und somit Menschen ohne Auto beziehungsweise Führerschein das Leben auf dem Land erleichtern. Tiefgreifende Veränderungen wären die Folge für den ländlichen Raum.

Beim autonomen Fahren kommunizieren Fahrzeuge direkt miteinander. Foto: Adobe Stock____
Beim autonomen Fahren kommunizieren Fahrzeuge direkt miteinander. Foto: Adobe Stock

Wie autonome Fahrzeuge den Alltag erleichtern

Aber auch in der Stadt könnten enorme Veränderungen möglich werden. Kraftfahrzeuge, die autonom fahren, erlauben – im Zusammenspiel mit dem bisherigen öffentlichen Personenverkehr – eine bequeme Tür-zu-Tür-Mobilität. „Auf diese Weise wird es vielen Menschen häufiger leichtfallen, auf den privaten Pkw zu verzichten“, sagt Matthias Hartwig. Die Flotte von Car-Sharing Anbietern wäre tatsächlich unterwegs und bräuchte erheblich weniger Fahrzeuge, die am Straßenrand auf Passanten warten. So schreibt das Umweltbundesamt, dass private Fahrzeuge in Deutschland durchschnittlich 23 Stunden am Tag ungenutzt herumstehen. Eine nicht mehr zeitgemäße Verschwendung von öffentlichem Raum.

Grünere Städte durch autonomes Fahren

So schätzen die Experten von IKEM, dass vollautonome Fahrzeuge in der Stadt den benötigten Platz für parkende Autos um bis zu 90 Prozent reduzieren könnten. Unsere Städte hätten die Chance grüner, familienfreundlicher und sicherer zu werden. Schade also, dass es vermutlich noch mindestens zwanzig Jahre dauern wird, bis die Technik, die autonomes Fahren ermöglicht, wirklich einsatzbereit und verfügbar ist. Der Bedarf ist da.

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