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Steinway Tower Skyline
Der Steinway ist nicht nur einer der neuesten Wolkenkratzer in Manhattans Skyline, sondern auch der schlankeste auf der Welt. Foto: Picture Alliance

Steinway Tower – der schmalste Wolkenkratzer der Welt

Den wirft so leicht nichts um: Zwar gilt der gerade erst fertiggestellte Steinway Tower als schmalster Wolkenkratzer der Welt, für seine Standhaftigkeit in der Skyline Manhattans ist aber gesorgt.

Zuwachs für Manhattans Skyline 

„Ist das wirklich ein Gebäude oder nur ein besonders hoher Funkmast?“, fragen sich womöglich einige Menschen neuerdings beim Anblick der Skyline Manhattans. Denn der 435 Meter hohe Steinway Tower, seines Zeichens schlankster Wolkenkratzer der Welt, ist ein wahrlich irritierender Anblick. Fast möchte man an den Gesetzen der Physik zweifeln, wenn man die nadelfeine Silhouette zwischen all den weitaus plumperen Wolkenkratzer-Kollegen aufragen sieht. Und unweigerlich tut sich die Sorge auf: Kippt der nicht beim nächsten starken Windzug zur Seite?

Glücklicherweise steht hinter dem Projekt Steinway Tower ein Team von Ingenieuren und Architekten, die sich mit genau solchen Fragen auskennen. Bereits vor acht Jahren hatte das Architekturbüro SHoP Architects, das unter anderem für den 93-stöckigen Brooklyn Tower und viele weitere prestigeträchtige Bauprojekte auf der ganzen Welt verantwortlich ist, seine ersten Entwürfe vorgelegt. Einige Rückschläge, gescheiterte Finanzierungen, Baufirmenskandale und eine Pandemie später thront der weltweit schmalste Wohnturm nun endlich über der Stadt. Entstanden ist der Steinway Tower auf den Grundfesten der 16-stöckigen Steinway Hall, einem ehemaligen Showroom der legendären Klavierbauerfamilie Steinway&Sons.

Steinway Tower vom Central Park aus____
Blick auf den Steinway Tower vom Central Park aus. Foto: Picture Alliance

Der Trend zu schmalen Wolkenkratzern 

Der Steinway Tower ist einer der sogenannten Pencil Towers, zu deutsch Bleistifttürme. Die meisten Wolkenkratzer haben etwa ein Höhe-zu-Grundfläche-Verhältnis von 1:7, von Bleistifttürmen sprechen Fachleute ab einem Verhältnis von 1:10. Über diese Untergrenze allerdings können die Erbauer des Steinway Tower vermutlich nur müde lächeln: Ihr architektonisches Wunderwerk wartet mit einem Höhe-zu-Grundfläche-Verhältnis von 1:24 auf. In den oberen Etagen wird der Turm durch sogenannte „feathered setbacks“ – federartig gestaltete Staffelgeschosse – zusätzlich verschmälert. Tatsächlich nimmt die Zahl besonders schlanker Wolkenkratzer in New York seit einigen Jahren zu. Das hat einen einfachen Grund: Die Bodenpreise sind kaum mehr erschwinglich, die Luftpreise hingegen schon. „Moment mal – Luftpreise?“, wird so mancher nun fragen. Ja, in New York zahlen Bauherren selbst für die Luft, in die hinein sie ihre architektonischen Wunderwerke wachsen lassen. Nur eben nicht ganz so viel wie für das Grundstück darunter.

Die filigrane Statur solcher Gebäude erfordert viel Planung sowie Kenntnisse über Materialbeschaffenheiten und Luftströme. Durch seine extreme Schlankheit ist der Steinway Tower nämlich sowohl meteorologischen als auch seismischen Kräften in besonderer Weise ausgesetzt. Die Ost- und Westfassade sind darum jeweils mit etwa einen Meter dicken Wandscheiben verstärkt. Außerdem verfügt das Gebäude über vier Stockwerke, die mit einem System aus Stützbalken ausschließlich der Stabilität dienen. Jene Stockwerke sind zudem als Windbrecher gedacht: Dadurch, dass die Luft hier frei zirkulieren kann, trifft sie nie mit geballter Kraft auf eine der Turmfassaden.

Luxuriös Wohnen über der Steinway Hall

Der eigentliche Steinway Tower beginnt über der sanierten Steinway Hall: 63 Etagen voller Millionärs- und Milliardärswohnungen stapeln sich hier übereinander. Nicht umsonst nennt der Volksmund die Gegend am südlichen Ende des Central Parks auch „Billionaires‘ Row“ – die „Reihe der Milliardäre“. Die Apartments in den dort gelegenen Wolkenkratzern sollen einen phänomenalen Blick über die grüne Lunge der Stadt bieten. Im Schnitt zahlen die Eigentümer zehn Millionen Dollar für eine dieser Residenzen.

Die meisten Wohnungen im Steinway Tower nehmen jeweils ein komplettes Stockwerk ein. Sie bestehen aus drei bis vier weitläufigen Zimmern und je drei Bädern. An der Wohnzimmertür jedes Apartments prangt eine bronzene Klinke in Form der Silhouette des Gebäudes – eins der vielen edlen Design-Details, auf die die Architekten besonderen Wert gelegt haben. Zu den rund 360 Quadratmeter großen Einzel-Apartments kommen sieben Duplex-Wohnungen, die sich jeweils über zwei Etagen erstrecken. In einem Gemeinschaftsareal verfügt das Wohngebäude über einen 25 Meter langen Pool, ein Fitnessstudio, einen Frisörsalon und einen Schuhputzstand. Im Foyer des Gemeinschaftsbereichs steht in Erinnerung an die einstigen Besitzer der Gebäude-Grundfesten ein Steinway-Flügel.

Der Steinway Tower garantiert seinen Bewohnern einen wundervollen Ausblick – auch auf den Sonnenuntergang. Foto: Picture Alliance____
Der Steinway Tower garantiert seinen Bewohnern einen wundervollen Ausblick – auch auf den Sonnenuntergang. Foto: Picture Alliance

Architektonische Höchstleistungen

Im Gegensatz zu vielen anderen modernen Wolkenkratzern, deren Fassaden fast ausschließlich aus Glas und Beton bestehen, griffen die Architekten des Steinway Tower auch auf traditionellere Baumaterialien zurück. Die östliche und westliche Fassade des Turms sind mit vertikalen Terrakotta- und Bronzestreben durchsetzt. Mit Computerprogrammen wurde das Terrakotta in parametrische Formen gebracht, die in ihren verschiedenen Cremetönen ein besonderes Gefühl von Materialtiefe erzeugen. Zusammen mit den bronzenen Gittern haben die Terrakotta-Panels zugleich auch eine praktische Funktion: Sie reduzieren die Windkräfte, die seitlich auf den schlanken Wohnturm einwirken

Wer eine Wohnung im Steinway Tower ergattern konnte, braucht sich dank solcher baulichen Finessen also keine Sorgen zu machen, dass er mitsamt seiner Couch beim nächsten Sturm im Hudson landet. Der schmalste Wolkenkratzer der Welt ist nicht nur mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten für das alltägliche Leben seiner Bewohner ausgestattet – er ist auch was seine Statik betrifft, ein wohldurchdachtes architektonisches Meisterwerk.

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