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Wohnensemble aus nachhaltigen Baustoffen
Sieht so die Zukunft des Wohnens aus? Nachhaltige Baustoffe für den Hausbau sind jedenfalls erstrebenswert – ebenso wie Gärten zur Selbstversorgung. Foto: Adobe Stock

Nachhaltige Baustoffe: So bauen wir in Zukunft

Der Klimawandel erfordert ein Umdenken – auch in der Baubranche. Das sind die nachhaltigen Baustoffe, auf die sich zukünftig bauen lässt.

Stahl, Glas, Beton – einst waren das die Materialien, aus denen die Metropolen dieser Welt entstanden. So kunstvoll manche architektonischen Meisterwerke der Vergangenheit aussehen mögen, nachhaltig sind die meisten von ihnen nicht. Heute versuchen Städte- und Gebäudeplaner, energieeffizienter zu bauen, in vielen Großstädten gibt es Initiativen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt klimaneutral zu werden. Von Ziegelsteinen aus Lehm über Bambus als Baustoff bis hin zu kühlenden Dächern, geben wir hier einen Überblick über die aktuellsten Ideen für energieffizientes Bauen.

Lehmbaustoffe

Lehm gehört zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. Beim Bauen kann er in Form von Bausteinen, Bauplatten, als Putz oder auch als Farbe zum Einsatz kommen und tut dies auch wieder immer häufiger. Grund ist zum Einen seine hervorragende Öko-Bilanz, denn Lehm ist in der Regel leicht verfügbar, kann wiederverwendet werden und braucht wenig Energie in der Herstellung – ein wirklich nachhaltiger Baustoff also. Daneben hat Lehm auch nach dem Verbauen viele wünschenswerte Eigenschaften: Er kann Feuchtigkeit gut aufnehmen, schützt vor Schall und ist gesundheitlich unbedenklich. So perfekt all das klingen mag, hat Lehm leider auch einen entscheidenden Nachteil, der besonders im deutschen, häufig nasskalten Klima zum Tragen kommt. Anhaltende Feuchtigkeit und Frost lassen das Material nämlich verwittern und verändern seine Form. Aus diesen Gründen eignet sich Lehm hierzulande hauptsächlich für den Innenausbau.

Holz

Höher, schneller, weiter – dieses Motto scheint zunächst gar nicht zum so gemütlich wirkenden Material Holz zu passen. Und doch überbieten sich derzeit die Bauherren gegenseitig, was die Größe und Effizienz ihrer Holzgebäude angeht. Im norwegischen Brumunddal entstand bis Anfang 2019 der 85 Meter hohe Wolkenkratzer Mjöstarnet, in Berlin-Kreuzberg wird bereits ein mit 98 Metern noch höheres Wohngebäude aus Holz geplant und auch für Torontos Hafengegend hängen auf dem Reißbrett bereits Pläne für einen riesigen begrünten Wohnkomplex in Holzbauweise. Der Trend kommt nicht von ungefähr, ist Holz doch ähnlich stabil wie Beton und Stahl, hat gegenüber jenen konventionellen Baustoffen aber viele weitere Vorteile: Als nachwachsender Rohstoff ist es in großer Menge verfügbar, außerdem braucht es wenig Energie in der Verarbeitung und bindet Co2 in großer Menge. Wie nachhaltig das Bauen mit Holz tatsächlich ist, hängt natürlich auch davon ab, wie ökologisch die Wälder bewirtschaftet werden, in denen es wächst. Wichtig ist auch, dass das verarbeitete Holz gut gepflegt wird um vor Schimmel und anderen Schädlingen sowie vor Brandgefahren geschützt zu sein. Nach dem Abriss sollte das Holz außerdem wiederverwendet werden, wie es sich für einen nachhaltigen Baustoff gehört.

Haus mit Holzfassade____
Mehrfamilienhaus mit Holzfassade. Foto: Adobe Stock

Recyclingstahl

Zwar ist Stahl ein herkömmlicher Baustoff, neu ist aber, dass er seit einigen Jahren vermehrt recyclet wird. Beim Abriss alter Gebäude setzen Rückbaufirmen Magneten ein, um den Stahl aus der Materialmasse herauszulösen. Rund 11 Prozent des so eingesammelten Stahls werden laut dem Spitzenverband bauforumstahl e. V. bereits heute direkt wieder zum Bauen genutzt. Der Rest lässt sich als Schrott einschmelzen und zur erneuten Stahlherstellung verwenden. Das daraus entstehende Material kann sogar eine höhere Festigkeit als der Ausgangsstahl aufweisen. Um die Stahlherstellung noch energieeffizienter zu gestalten, setzt die Industrie dafür inzwischen häufig Öko-Strom oder Wasserstoff als Energiequelle ein.

 

Bambus

Man glaubt es kaum, wenn man die dünnen, biegsamen Äste vor sich sieht, doch Bambus ist laut Baustoffexperten so druckfest wie Beton und so zugfest wie Stahl. Zugleich ist das Material, das übrigens zu den Gräsern und nicht zu den Gehölzen zählt, eins der am schnellsten nachwachsenden der Welt. Die Pflanze bindet viel CO2 und setzt Sauerstoff frei. Diese Eigenschaften machen Bambus zwar zu einem sehr energieeffizienten Baustoff – allerdings nur dort, wo er auch wächst. In Thailand, Indonesien oder Costa Rica etwa ist Bambus das Öko-Baumaterial schlechthin. Bambus nach Europa zu verschiffen, ist hingegen wegen des hohen Energieaufwands für den Transport bisher noch keine besonders umweltfreundliche Lösung.

Grundgerüst aus Bambus____
Grundgerüst aus Bambus. Foto: Getty Images

Ziegel aus Lehm, Wolle und Algen

Im Rezept für sogenannte Wollziegel stehen neben Wolle noch die Zutat Lehm und ein natürliches Polymer aus Meeresalgen. Zusammengemixt ergeben sie einen Baustoff, der 37 Prozent kältebeständiger ist als konventionelle Ziegel – das macht sich später auf der Heizkostenabrechnung der Hausbewohnenden bemerkbar. Entwickelt hat das gut dämmende Material ein Forschungsteam aus Spanien und Schottland. Ein weiterer Vorteil, der die Energieeffizienz dieses Baustoffs noch steigert: Die Ziegel müssen in der Herstellung nicht gebrannt werden, um die nötige Festigkeit zu erhalten. Stattdessen müssen sie bloß trocknen, wodurch im Vergleich zur herkömmlichen Ziegelherstellung wesentlich weniger Energie und CO2 nötig sind.

Dämmstoffe

Dämmstoffe lassen sich leicht aus nachhaltigen Materialien herstellen. Der Experimentierfreude der Bauherren sind hier kaum Grenzen gesetzt, so lange es sich um nicht verderbliche Fasern handelt. Materialien, die als Dämmstoffe taugen und eine gute Umweltbilanz aufweisen sind unter anderem Flachs, Mais, Hanf, Kokosfasern, Schafwolle, Schilf und Stroh. Bei einigen Materialien gilt es neben der ökologischen Abbaubarkeit allerdings einen weiten Transportweg zu bedenken. Denn der kann ein echter Energiefresser sein und die ansonsten positive Öko-Bilanz wieder zunichte machen. So sind Kokosfasern oder Schafwoll-Dämmstoffe aus Neuseeland oder Australien zumindest in Europa insgesamt keine nachhaltige Alternative.

Wärmedämmung aus Stroh____
Wärmedämmung aus Stroh. Foto: Adobe Stock

Kühlende Dachfolie

Neben den nachhaltigen Baustoffen gehören auch innovative Ideen zur Zukunft des Bauens. So hat ein Forschungsteam der University of Colorado 2017 eine transparente Kunststofffolie mit erstaunlichen Eigenschaften vorgestellt. Die Bestandteile sollen Polymethylpenten und kleine Glaskügelchen sein, die zu einer ultradünnen Schicht ausgezogen wurden. Auf einem Hausdach angebracht sollen die feine Silberschicht der Folie und die Glaskügelchen das Sonnenlicht reflektieren und abstrahlen, sodass die Folie abkühlt. Lege man 20 Quadratmeter der Folie auf ein Hausdach könne dieses von 37 Grad auf 20 Grad heruntergekühlt werden, so die Entwickler – und das ganz ohne die in den USA so verbreiteten Klimaanlagen. Kritiker bemängeln, dass dieser Effekt tatsächlich auf amerikanische Häuser beschränkt sein dürfte, da diese ohnehin eine schlechte Wärmedämmung besäßen. Doch auch in Europa könnte die Folie von Nutzen sein, etwa für schlecht gedämmte Gewerbehallen, um Solarpaneele vor übermäßiger Wärme zu schützen oder sogar um Gletscher in den Alpen abzudecken bevor die Sonne sie zum Schmelzen bringt.

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