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Ab nach oben: Der soziale "Fahrstuhleffekt" beschreibt den sich verbessernden Lebensstandard der Gesellschaft. Foto: AdobeStock
Ab nach oben: Der soziale "Fahrstuhleffekt" beschreibt den sich verbessernden Lebensstandard der Gesellschaft. Foto: AdobeStock

Was ist der Fahrstuhleffekt?

Mit dem Begriff „Fahrstuhleffekt“ beschreibt der Soziologe Ulrich Beck die Aufwärtsbewegung, die er bei den Gesellschaftsschichten der Bundesrepublik Deutschland seit den 1950er-Jahren beobachten konnte.

Immer nach oben – das hört sich doch gut an! Auf den ersten Blick schon. Doch während über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg der Wohlstand zunahm, blieb die soziale Ungleichheit weitgehend konstant.

Definition: Fahrstuhleffekt einfach erklärt

Populär machte Ulrich Beck den „Fahrstuhleffekt“ durch sein Buch „Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne“, eine Abhandlung über den strukturellen Wandel der deutschen Gesellschaft nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Kernthese von Beck: Ehemalige identitätsstiftende Strukturen wie Stände, Klassen oder Milieus treten immer stärker in den Hintergrund. Statt sich dem Schicksal eines Standes oder einer Klasse zu ergeben – wie es im Mittelalter oder im 19. Jahrhundert der Fall war –, setzen heute die Menschen die Bausteine ihrer Biografien individuell zusammen.

Der wesentliche Treiber für die Individualisierung ist laut Beck der Fahrstuhleffekt: Die gesamte deutsche Gesellschaft wurde ruckartig um eine Etage nach oben befördert. Warum? Befeuert unter anderem durch das Wirtschaftswunder („Wohlstandsexplosion“) haben die Klassen und Schichten in der Bundesrepublik „ein kollektives Mehr“ erfahren. Alle Menschen – ob Arbeiter oder Akademiker – verdienten mehr, konsumierten mehr, hatten mehr Freizeit und einen besseren Zugang zu Bildung. Allerdings haben sich die Abstände in der Klassenhierarchie und damit die soziale Ungleichheit nicht verändert. Ungleichheitsverhältnisse blieben gleich.

Ein Beispiel für den Fahrstuhleffekt

Der Fahrstuhleffekt ist laut Beck an der Lebenszeit, der Arbeitszeit und dem Arbeitseinkommen abzulesen. Während die Lebenserwartung und das Einkommen ansteigen, geht die Arbeitszeit nach unten.

Weil beispielsweise der Lohn von Industriearbeitern zwischen 1880 und 1970 um ein Vielfaches stieg, veränderten sich die Lebensbedingungen der Arbeiter, unter anderem durch:

  • erschwingliche Konsumgüter, etwa Autos oder Fernseher

  • größere und hochwertiger eingerichtete Wohnungen

  • Erholung und Urlaub

  • einen Anstieg der Sparquote, um beispielsweise Wohneigentum zu bilden

Geld und Konsum lösen die sozialen Klassen langsam auf. Unterschieden werden Menschen nun anhand ihres individuellen Stils, zum Beispiel anhand ihrer Kleidung.

Fahrstuhleffekt nach unten: Gibt es das auch?

Ja, einen Fahrstuhleffekt nach unten gibt es auch, denn der Fahrstuhleffekt führt nicht zwingend nach oben. Ebenfalls in seinem Werk „Risikogesellschaft“ beschreibt Ulrich Beck einen negativen Fahrstuhleffekt. Mit diesem Begriff beschreibt er die Abwärtsbewegung der gesellschaftlichen Schichten in der Bundesrepublik in den 1980er-Jahre. Die damalige Massenarbeitslosigkeit habe den sozialen Schichten einen Stoß versetzt und einen Fahrstuhleffekt nach unten ausgelöst.

Fahrstuhleffekt vs. Paternoster-Effekt: Gibt es einen Unterschied?

Lange Zeit wurden die Begriffe „Fahrstuhleffekt“ und „Paternoster-Effekt“ weitestgehend deckungsgleich verwendet. Fachleute benutzen sie, um dasselbe Phänomen zu beschreiben.

Ende der 1990er-Jahre griff der Politologe und Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge den Begriff auf und spezifizierte ihn. Im Unterschied zum Fahrstuhleffekt, der stets bewirkt, dass sich eine Gesellschaftsstruktur in Gänze nach oben oder unten bewegt, bewegen sich die gesellschaftlichen Schichten in Deutschland nach Meinung von Butterwegge eher wie mit einem Paternoster: „Die einen fahren nach oben, die anderen nach unten.“

Anders als der Fahrstuhleffekt, bei dem das Ungleichheitsverhältnis stets konstant bliebt, verstärkt der Paternoster-Effekt also die soziale Ungleichheit.

Ein ganz anderer Fahrstuhleffekt: BMW-Motorradtechnik

Bei BMW hat der Begriff Fahrstuhleffekt rein gar nichts mit Soziologie und Gesellschaftswandel zu tun. Hier geht es um Motoren und Technik. Der Effekt trat bei der sogenannten „Gummikuh“ auf – einem historischen Motorrad-Modell von BMW, mit Vollschwingenfahrwerk. Dieses Modell hat die Eigenart, dass sich die Hinterradfederung mit Zu- und Wegnahme vom Gas nach oben und unten bewegt. In Fachkreisen ist dieses Zweirad deshalb auch als Fahrstuhl-Motorrad oder Motorrad mit Fahrstuhl-Effekt bekannt.

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