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Es gibt Orte, die sind so kalt, dass man mit dem Auto lieber nicht steckenbleibt. Foto: Adobe Stock
Es gibt Orte, die sind so kalt, dass man mit dem Auto lieber nicht steckenbleibt. Foto: Adobe Stock

Weit unter null – die kältesten Orte der Welt

Sie verbringen Ihre Urlaube gern am Pool liegend in der Sonne? Dann dürften die durchschnittlichen Wintertemperaturen von minus 45 Grad Celsius im russischen Oimjakon Sie eher abschrecken. Wir verraten, warum sich eine Reise in kältere Gefilde trotzdem lohnen kann. Erfahren Sie mehr über die kältesten Orte der Welt.

Unsere Temperaturen schwanken um den Gefrierpunkt. Eine gräuliche Melange aus Schnee und Regen macht aus Straßen und Bürgersteigen Seifenbahnen. Die Leute frieren, und sehnen sich nach dem Frühling. Dabei sollten sie froh sein, dass sie nicht im frostigen Kanada wohnen, in Russland oder gar am Südpol. Vorschlag: Kochen Sie sich eine schöne Tasse Tee, geben Sie ein Schlückchen Rum hinein, schlüpfen Sie in ihre Strickjacke und lesen Sie über die verrücktesten Kälterekorde auf unserem Planeten.

Yukon in Kanada

Das Yukon Territorium liegt im Nordwesten Kanadas und grenzt im Süden an Alaska. Mit einer Größe von rund 483.450 Quadratkilometern ist es das kleinste der drei Territorien Kanadas – und damit immer noch so groß wie Spanien. Allerdings sind hier weniger als 40.000 Menschen zu Hause, die meisten von ihnen wohnen im Dunstkreis der Hauptstadt Whitehorse. Natürlich gibt es gute Gründe für die spärliche Besiedelung. Einer ist das subarktische Klima mit seinen kurzen Sommern und den sehr langen, eiskalten Wintern. Im Jahresdurchschnitt zeigt das Thermometer minus 4 Grad Celsius an. Zum Vergleich: Deutschlands Mitteltemperatur liegt bei vergleichsweise wohligen 9,2 Grad Celsius. In den Wintermonaten kann es im Nordwesten Kanadas sogar schon mal minus 30 Grad Celsius werden, oder noch kälter. Einmal zeigte das Thermometer minus 63 Grad Celsius – die frostigste Temperatur, die jemals in Kanada gemessen wurde. Das macht den Yukon wahrlich zum einem der kältesten Orte der Welt. Eine Reise dorthin lohnt sich aber trotzdem:

Die beeindruckenden Landschaften des Yukon in Kanada, Foto: Adobe Stock____
Die beeindruckenden Landschaften des Yukon in Kanada, Foto: Adobe Stock

Goldgräberstädte am Yukon

Ende des 19. Jahrhunderts haben Goldgräber am Yukon River ihr Glück gesucht. Die Goldgräberstadt Dawson ist mit rund 1.400 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Territoriums. Im Klondike Gold Rush National Historic Park wandern Besucher auf den Spuren der Goldsucher. Übrigens kraxelte schon Jack London über den Chilkoot Trail von Skagway ins Küstengebirge. Vor allem besticht das Territorium mit einer atemberaubenden Landschaft. 17 der 20 höchsten Gipfel Kanadas finden sich hier. Der höchste, der Mount Logan im Kluane Nationalpark, reckt sich auf 5.959 Meter in den Himmel. Der Kluane Nationalpark besteht vor allem aus Eis, mit seinen rund 2000 Gletschern. Einige sind 100 Kilometer lang und bestehen aus einer rund einem Kilometer dicken Eisschicht.  Auf Straßen können sich Reisende hier kaum verlassen. Wer den Nationalpark erkunden will, der muss zu Fuß gehen oder fliegen.

Wostok-Station in der Antarktis

Im Jahr 2004 hat das Infrarotspektrometer auf einer Eisfläche in Wostok die Temperatur von minus 98 Grad Celsius eruiert. So kalt war es noch nirgends auf der Welt. Als offizieller Kälterekord zählt das jedoch nicht, weil dafür eine Messhöhe von zwei Metern über dem Boden eingehalten werden muss. Dennoch gilt die russische Forschungsstation Wostok als „Kältepol der Erde“. Die Station liegt auf einem antarktischen Hochplateau auf 3.500 Metern Höhe, 1.287 Kilometer vom Südpol entfernt und ist der wohl kälteste Ort der Welt. Im Juli 1983 wurde eine Wahnsinnskälte von minus 89,2 Grad Celsius gemessen. Im Sommer klettern die Temperaturen kaum über minus 30 Grad Celsius. Von Mitte April bis Mitte August herrscht obendrein absolute Finsternis. Außer den Forschenden will hier niemand sein: Schon bei minus 60 Grad Celsius droht Gefahr für die Gesundheit. Ohne Schutzbrille, Sturmhaube und Schal vor dem Gesicht ist es das Atmen nicht möglich. Wer Metalloberflächen mit bloßen Händen berührt, friert sofort fest. Am erträglichsten sind die Monate Dezember und Januar mit einer durchschnittlichen Temperatur von minus 37 bis minus 38 Grad Celsius. Trotzdem harren hier immer noch Menschen aus. Versorgt werden die Wissenschaftler*innen von einem Treck, der sich einmal im Jahr von der 1.400 Kilometer entfernten Station Mirny aus in Richtung Wostok quält, über eine ungeräumte Piste aus Schnee und Eis. Wehe, der Treck schafft es nicht ans Ziel: Er liefert arktistaugliches Öl, das für Licht, Wärme, Essen und Trinkwasser sorgt. Ohne dieses wäre ein Überleben in der Station nicht möglich.

Blick auf die Wostock-Station in der Antarktis, Foto: NSF/Josh Landis____
Blick auf die Wostock-Station in der Antarktis, Foto: NSF/Josh Landis

Sternenklarer Nachthimmel und geheimnisvoller Wostoksee

Unwirtlich ist dieser wohl kälteste Ort der Welt, gewiss. Doch birgt er auch Schönheit. Stellen Sie sich Polarlichter vor, und einen sternenklaren Nachthimmel. Unter einer drei Kilometer dicken Eisfläche liegt der geheimnisvolle Wostoksee, eine seit Millionen von Jahren isolierte Süßwasserlinse. Über zwei Jahrzehnte haben die russischen Forscher*innen in die Tiefe gebohrt, auf der Suche nach eiszeitlichen Spuren. 2012 haben sie die Wasseroberfläche erreicht. Ob sie etwas Besonderes im Wasser gefunden haben, wissen wir jedoch nicht.

Oimjakon in Russland

Der kälteste Ort der Welt, der besiedelt ist, heißt Oimjakon und liegt im sibirischen Jakutien, 2.900 Kilometer vom Nordpol entfernt: Von Oktober bis April herrscht eine durchschnittliche Temperatur von minus 45 Grad Celsius. Im Jahr 1926 wurde in Oimjakon eine Rekordkälte von minus 71,2 Grad gemessen. Kein Wunder: Der Ort ist von Gebirgsketten umgeben, die die warme Winde aufhalten, dafür treffen sich dort die arktischen Luftströme. Die Menschen im Ort haben ihre eigene Erklärung für die frostige Witterung: Als Gott die Reichtümer verteilte, so erzählt man sich hier, schickte er Engel mit Säcken voller Gold, Silber und Platin durch die Welt. Als einer der Engel über Jakutien flog, waren ihm die Finger steif gefroren, der Sack fiel ihm aus den Händen. Daraufhin strafte der zornige Gott das Land mit winterlicher Eiseskälte. Tatsächlich stecken in der Region besonders viele Bodenschätze.

Hier braucht man ein dickes Fell: Ponys in Oimjakon. Foto: Adobe Stock____
Hier braucht man ein dickes Fell: Ponys in Oimjakon. Foto: Adobe Stock

Das Kontinentalklima bringt im Sommer Hitze

Aber wie kommen die 500 Bewohner von Oimjakon mit diesen Temperaturen klar? Menschen gewöhnen sich an die Kälte, klar. Erst bei minus 51 Grad bekommen die Kinder Kältefrei. Andererseits können sie sich über ein Kontinentalklima freuen, das ihnen im Sommer Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius beschert. Auch nicht schön. So betrachtet ist es kein Wunder, dass einige der Bewohner den Winter lieber mögen als den Sommer.

Grönland

Die größte Insel der Welt liegt weit im nordischen Polarkreis und ist – man glaubt es kaum –mit rund 2.175.600 Quadratkilometern größer als Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Italien, Griechenland, die Schweiz und Belgien zusammen. Der Name Grönland (Grünland) täuscht: Denn rund 84 Prozent des zum autonomen Territorium Dänemarks gehörenden Eilands ist permanent mit Eis bedeckt. Das bis zu drei Kilometer dicke Eisschild auf der Mitte Grönlands ist sogar so schwer, dass es das Land ein Stück weit unter den Meeresspiegel drückt. Das Eis kommt nicht von ungefähr: Grönland zählt zu den kältesten Orten der Welt. Auf besagtem Eisschild im nördlichen Zentrum der Insel wurde 1954 der lokale Kälterekord von minus 59,6 Grad Celsius notiert. Die knapp 50.000 Einwohner leben vor allem an den Fjorden im Süden und im Westen, an den wenigen Orten ohne Eis.

Dicke Eispanzer an der Küste Grönlands, Foto: Adobe Stock____
Dicke Eispanzer an der Küste Grönlands, Foto: Adobe Stock

Kaum Straßen, viele Hundeschlitten

Bunte Polarlichter fegen durch den nächtlichen Himmel und Kathedralen aus blauem Eis treiben auf dem Meer. Die Gesänge der Wale sind bis ans Ufer zu hören. Keine Frage: Grönland ist magisch. Weil es zwischen den Ortschaften kaum Straßen gibt, erkundet man die Insel am besten per Boot, mit dem Flugzeug oder dem Hundeschlitten.

Der Funtensee in Deutschland

Um eisige Temperaturen im höheren zweistelligen Minus-Bereich erleben zu dürfen, müssen wir nicht bis nach Sibirien oder Alaska reisen. Denn tatsächlich befindet sich einer der kältesten Orte der Welt in Deutschland: Bei der Wetterstation am Funtensee im Nationalpark Berchtesgaden auf 1.500 Metern Höhe wurde im Dezember 2001 der deutsche Kälterekord von minus 45,9 Grad aufgezeichnet. Hier beginnt auch das Steinerne Meer, ein karstiges und trockenes Hochplateau, das im Sommer beliebt bei Wanderern ist.

Der Funtensee im Sommer, Foto: Adobe Stock____
Der Funtensee im Sommer, Foto: Adobe Stock

Ein Aufstieg lohnt sich im Sommer

Im Winter, der hier von Oktober bis Mai herrscht, ist der nur dreieinhalb Fußballfelder kleine Funtensee grundsätzlich zugefroren. Nur wenige Besucher*innen verirren sich hierhin. Nach oben kommt man nur mit einem kräftezehrenden Marsch per Skier oder Schneeschuhen – oder mit dem Hubschrauber. Im Sommer erreicht der Funtensee durchaus Badetemperaturen. Dann sollte man einen ganzen Tag für den Aufstieg einplanen. Der Weg führt durch die „Saugasse“ mit ihren vielen Kehren. Auch wenn sportliche Menschen meinen, sie können am selben Tag wieder bergab steigen, empfiehlt sich eine Übernachtung in der Schutzhütte Kärlingerhaus, Anlaufstelle für viele Bergwanderer in den Berchtesgadener Alpen.

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